Die Herausforderung

Der tierschutzgerechte Umgang mit aussortierten Embryonen

Das Ziel aller Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei ist es, männliche Embryonen frühzeitig zu erkennen und deren Entwicklung vorzeitig zu beenden. Alle derzeit am Markt verfügbaren Verfahren ermöglichen die Geschlechtsbestimmung im Ei im zweiten Drittel der Brut.

Nach derzeitigem, wissenschaftlichen Erkenntnisstand ist für die Zeit zwischen dem siebten und 15. Bebrütungstag die Frage eines Schmerzempfindens noch nicht abschließend geklärt. Daher ist zu überlegen, wie konkret mit den aussortierten männlichen Embryonen im Sinne einer tierschutzgerechten und gesellschaftlich akzeptierten Weise verfahren werden soll.

Die Lösung

Die elektrische Betäubung männlicher Embryonen im Ei mit STUNNY

STUNNY wurde auf Basis einer wissenschaftlichen Grundlagenstudie in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Beratungs- und Schulungsinstitut für Tierschutz bei Transport und Schlachtung (bsi Schwarzenbek) entwickelt. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass Reaktionen, die auf eine mögliche Empfindungsfähigkeit des Embryos im Ei hinweisen, nach einem Stromimpuls von 110 Volt über zwei Sekunden bei 99,3 Prozent der untersuchten Embryonen nicht mehr auftraten (ZUMBRINK et al., 2020*). Auf dieser Grundlage wurde die Hochdurchsatzanlage STUNNY entwickelt und evaluiert.

Die vollautomatisierte Betäubungseinheit STUNNY kann unmittelbar an die Geschlechtsbestimmung der männlichen Embryonen mit CHEGGY anschließen. STUNNY betäubt die männlichen Embryonen durch einen elektrischen Impuls, wodurch ein mögliches Schmerzempfinden bei Beendigung der embryonalen Entwicklung praktisch auszuschließen ist.

*Zumbrink, L. et al. (2020). Tierschutzkonforme elektrische Betäubung männlicher Hühnerembryonen im zweiten Drittel der Brut. European Poultry Science, 84. Veröffentlicht unter: www.european-poultry-science.com

Prozessschritte

1. Neutrale Position

aat stunny process steps 1 neutral position

Die Bruteier werden mit einem Förderband zu den Betäubungselektroden transportiert.

2. Fixierung

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Die Elektrodeneinheiten werden positioniert und arretiert. Die Position der Elektroden ist dabei von der Größe des Eis abhängig.

3. Einführen der unteren Elektroden

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Zuerst werden die unteren Elektroden durch die Eischale in das Ei eingeführt. Dabei kommen sie mit der Eiflüssigkeit in Kontakt.

4. Einführen der oberen Elektroden

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Danach werden die oberen Elektroden durch die Eischale in das Ei eingeführt und kommen ebenfalls mit der Eiflüssigkeit in Kontakt. Nun startet der Betäubungsvorgang.

STUNNY

Vorteile

STUNNY ermöglicht Brütereien eine tierschutzkonforme Betäubung männlicher Embryonen im Brutei und lässt sich nahtlos in den Geschlechtsbestimmungsprozess integrieren. Das vollautomatisierte Verfahren basiert auf einer neu entwickelten Methode und erzielt dabei hohe Durchsatzraten bei maximaler Effektivität.

  • Für die sichere und schnelle Betäubung von Embryonen im Brutei
  • Mit einem Durchsatz von bis zu 10.000 Bruteiern pro Stunde
  • Kamera-basierte Positionserfassung der Bruteier
  • Sicherstellung gleichbleibender Eindringtiefen auch bei unterschiedlichen Eigrößen durch speziell entwickeltes Eifixierungssystem
  • Erfassung und Dokumentation der erreichten Stromstärke pro Ei
  • Visualisierung von Stromstärken, Kurvenverläufen und zusammenfassenden Statistiken auf dem integrierten Display
  • Perfekte Ergänzung zur Geschlechtsbestimmung im Ei mit AATs CHEGGY

Hochwertige Proteinquelle

Verwendung der männlichen Embryonen

Die bei der in ovo Geschlechtsbestimmung aussortierten männlichen Embryonen werden für die Weiterverwendung gemäß der EG Verordnung 1069/2009 in Kategorie 3 eingestuft. Dadurch ergeben sich die gleichen Verwendungsmöglichkeiten wie für unbefruchtete Eier. Dies ist beispielsweise die Weiterverarbeitung zu Trockeneipulver, welches als Futtermittel für Heim- und Nutztiere oder für Anwendungen im Kosmetikbereich genutzt werden kann. Diese sinnvolle Verwendung der aussortierten Bruteier als hochwertige Proteinquelle macht die Geschlechtsbestimmung im Ei zu einem ressourcenschonenden und damit nachhaltigen Prozess.

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